... und warum das nicht stimmt!
Hand aufs Herz: Hast du jemals gesagt oder gedacht, dass du nicht singen kannst? Dann habe ich heute eine gute Nachricht für dich: Du liegst falsch!
Denn: Jeder Mensch kann singen. Und nicht nur das – regelmäßiges Singen macht nachweislich glücklich, gesund und kann sogar das Gehirn trainieren. Klingt interessant?
Dann lass uns gemeinsam herausfinden, warum du deine Stimme vielleicht völlig unterschätzt.
Mythos „Singen können“ – Was bedeutet das eigentlich?
Viele glauben, das sei eine angeborene Begabung - oder eben Nicht-Begabung. In Wirklichkeit geht es aber um etwas ganz anderes:
✅ mit der Stimme verschiedene Tonhöhen erzeugen (was ohnehin alle Menschen beim Sprechen tun)
✅ diese Tonhöhen einordnen (so wir ihr verschiedene Farben unterscheidet)
✅ darin Routine bekommen (die viele erst einmal nicht haben)
✅ die eigene Stimme akzeptieren
Das ist doch machbar, oder? Und das Beste: Jeder Mensch kann das lernen – genau wie Radfahren oder Stricken. Manchmal muss man nur ein paar Tricks gezeigt bekommen.
Und Überraschung: Dein Gehirn liebt es, wenn du singst! Beim Singen passiert nämlich eine ganze Menge in deinem Kopf.
🔹 Dein auditiver Kortex wird aktiv, damit du Töne erkennst.
🔹 Dein motorischer Kortex steuert deine
Stimmbänder, Zunge und Atemmuskulatur.
🔹 Dein limbisches System schüttet Glückshormone
aus. Deshalb fühlen sich viele nach einer Chorprobe ausgeglichener und entspannter.
🔹 Dein Sprachzentrum wird aktiviert. Das verbessert das Gedächtnis und hilft sogar bei Sprachstörungen!
Warum denken dann so viele, sie könnten nicht singen?
Es liegt nicht an der Biologie, sondern an Missverständnissen.
🔸 Der Glaube, Singen sei ein angeborenes Talent. „Entweder man hat’s, oder man hat’s nicht!“, denken viele.
🔸 Die eigene Stimme klingt zunächst fremd. Denn man hört sich selbst über die Schädelresonanz anders als andere Leute.
🔸 Vergleich mit Profis: Dank Autotune & Co.
klingen Stars auf Spotify perfekt. Da wirkt die eigene Stimme natürlich untrainiert.
🔸 Fehlende Routine: In manchen Familien oder
Kulturen wird wenig gesungen. Wenn du nie singst, fühlt es sich ungewohnt an.
🔸 Teufelskreis: „Ich singe nie, also kann ich es nicht.“ „Ich kann es nicht, also singe ich nie.“
🔸 „Ich kann keine Töne treffen!“ Kann ja sein. Du konntest ja auch nicht gleich gehen oder sprechen. Na und?
🔸 Schlechte Erfahrungen: „Du singst schief.“ "Sing lieber leise." Solche Sätze
richten echten Schaden an...
🔸 Fehlendes Vorbild: Wer aus einer Familie kommt, in
der nie gesungen wird, hält Singen erst einmal für „nicht normal“.
Aber die gute Nachricht:
All das kann man leicht ändern!

Um fair zu bleiben: Wenn man an der neurologischen Störung Amusie leidet, kann man trotz gesunder Organe Tonhöhen nicht richtig unterscheiden und damit keinen geraden Ton singen.
Das ist aber sehr, sehr selten und kann z.B. nach einem Schlaganfall auftreten. Menschen, die glauben, sie könnten nicht singen, haben praktisch nie Amusie. Sie haben einfach noch nicht gelernt, ihre Stimme zu nutzen.
Was passiert mit deiner Stimme, wenn du regelmäßig singst?
Wie bei jedem Muskeltraining verändert sich deine Stimme – und auch dein Körper.
🔹 Deine Stimmbänder werden flexibler und belastbarer.
🔹 Deine Atmung verbessert sich, und das hilft mächtig, auch bei bei Sport und Stress!
🔹 Dein Gehör wird viel sicherer – und damit auch deine Fähigkeit, Töne zu treffen.
🔹 Dein Stimmvolumen wächst – du wirst kraftvoller und klarer sprechen.
🔹 Du kannst viel besser vor Menschen auftreten, auch im Beruf und in der Schule.
Klingt gut, oder?
„Aber ich weiß nicht, welche Stimmlage ich habe…“
Kein Problem!
👉 Lass dich von Chorleiterinnen, -leitern oder Gesangslehrkräften beraten. Das geht meistens in wenigen Minuten unter vier Augen.
Und die Einteilung (Sopran, Alt, Tenor, Bass) kann sich durchaus später noch ändern.
Wichtig: Eine „schöne“ Stimme gibt es nicht. Jede Stimme hat ihren ganz eigenen Charme! "Schön" wird erst das, was man damit macht.
Dein erster Schritt: Einfach ausprobieren!
Falls du dich schon einmal gefragt hast, ob Singen etwas für dich ist, hier ein paar Ideen.
✔ Sing einfach mal los!
Beim Autofahren, unter der Dusche oder mit Freunden. Am besten zunächst zusammen mit lauter Musik.
(Dann hörst du dich nicht so gut ...😉)
✔ Probiere eine App oder YouTube-Tutorials aus.
Schick die anderen shoppen.
✔ Geh zu einer Chorprobe.
Keine Angst! Die meisten Chöre freuen sich über Neulinge und Leute, die zum Schnuppern kommen.
Und wer weiß? Vielleicht entdeckst du eine völlig neue Leidenschaft.
Bis bald?
Habe Mut, dich deiner eigenen Stimme zu bedienen.
Hat Immanuel Kant gesagt.
Safe.
